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Mehrheit des Schweizer Nationalrats
für
UN-Parlament
Offener Brief an Kofi Annan in Bern vorgestellt
Pressemitteilung,
9. Februar 2005
Bern. Bei einer Pressekonferenz im Schweizer Bundeshaus
in Bern wurde am Mittwoch (09.02.) ein offener Brief an den UN-Generalsekretär
Kofi Annan vorgestellt. In dem Schreiben, das von 108 Mitgliedern
des Parlaments, darunter die Mehrheit des Nationalrates, unterzeichnet
wurde, wird für die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung
bei den Vereinten Nationen (UNPA) geworben. Durch eine solche Versammlung,
so der gemeinsame Brief der Abgeordneten, könne die Bevölkerung
besser in die Entscheidungen auf internationaler Ebene einbezogen
werden. Auch könne durch eine UNPA die Legitimation, Transparenz
und Akzeptanz der UNO erhöht und ihre Handlungsfähigkeit
und Effizienz gesteigert werden. Der UN-Generalsekretär wird
aufgefordert, „die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung
bei der UNO in die aktuelle Reformdebatte einzubringen und den
Vorschlag den Regierungen der UN-Mitgliedsländer zur weiteren
Prüfung zu unterbreiten“. Der offene Brief geht auf
eine Initiative des Komitees für eine demokratische UNO (KDUN)
und der Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz (GfbV)
zurück.
„In einer ersten Stufe könnte die Parlamentarische Versammlung
der UN-Generalversammlung als Nebenorgan oder Sonderorganisation
mit beratender Funktion angegliedert werden. Sie wäre damit
in der Lage, empfehlende, allerdings noch unverbindliche Resolutionen
zu Handen der UN-Generalversammlung zu verabschieden“, so
Hanspeter Bigler, Geschäftsführer der GfbV-Schweiz. Nach
dem Beispiel des Europäischen Parlaments solle die Versammlung
nach und nach mit umfassenden Informations-, Beteiligungs- und
Kontrollrechten im UN-System ausgestattet werden. „Nach der
grossen Unterstützung für das Anliegen in den eidgenössischen
Räten prüfen wir die Einreichung eines entsprechenden
Vorstosses in das Parlament“, so Dr. Remo Gysin, KDUN-Beiratsmitglied
und federführender Initiator im Nationalrat. KDUN-Vorsitzender
Andreas Bummel sagte in Bern, dass die Schweizer Initiative einen
wichtigen Beitrag dazu leiste, den Reformvorschlag auf die diplomatische
Agenda zu bringen.
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