|
UN-Reform: Europaparlament für Demokratisierung
Aufruf für
eine Parlamentarische Versammlung bei der UNO
Pressemitteilung,
9. Juni 2005
Straßburg. Im Anschluss an Erklärungen
des Rates und der Kommission tags zuvor hat das Europaparlament
am Donnerstag Mittag in einer Entschließung zur Einrichtung
einer Parlamentarischen Versammlung der Vereinten Nationen (UNPA)
aufgerufen. Die Versammlung solle im UN-System eingebettet werden
und "das demokratische Profil und den internen demokratischen
Prozess"
der UNO stärken. In der Resolution spricht sich das Europaparlament
dafür aus, dass "diese Parlamentarische Versammlung über
das uneingeschränkte
Recht auf Information, Teilhabe und Kontrolle verfügen und
in der Lage sein sollte, Empfehlungen für die Generalversammlung
der Vereinten Nationen anzunehmen." Die Resolution wurde vom
deutschen Europaparlamentarier Armin
Laschet (CDU) im Namen des Auswärtigen
Ausschusses eingereicht.
"1945 ist die UNO als reine Staatenorganisation konzipiert
worden. Die Bevölkerungen sind in ihren Gremien bis heute
nur durch die Regierungsexekutiven repräsentiert. Es ist an
der Zeit, die Weltorganisation und das UN-System stärker zu öffnen
und bessere Mitsprache zu ermöglichen.
Das kann am besten mit einer Parlamentarischen Versammlung erreicht
werden", so Laschet. Eine parlamentarische Versammlung bei
der UNO würde die Transparenz, Legitimität und Effizienz
des UN-Systems erhöhen. "Eine parlamentarische Versammlung
bei der UNO sollte befugt sein, Untersuchungsausschüsse einzurichten
und die Mitarbeiter und Funktionsträger der UNO zu befragen",
forderte der Vorsitzende des konstitutionellen Ausschusses des
Europaparlaments, Jo
Leinen (SPD).
Laschet und Leinen gehören zu einer Gruppe von Abgeordneten
des Europaparlaments, des Bundestages und des Schweizer Nationalrats,
die dem 2004 gegründeten "Komitee für eine demokratische
UNO" angeschlossen sind. "Ähnlich wie bei der Verwirklichung
des Internationalen Strafgerichtshofes könnten die EU-Länder
bei der Einrichtung eines UN-Parlaments eine führende Rolle übernehmen.
Der Vorstoß des Europäischen Parlaments
ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung", ergänzte
Andreas
Bummel, Vorsitzender des Komitees.
Der Vorschlag zur Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung
bei der UNO wurde zuletzt im Februar von einer Mehrheit des Schweizer
Nationalrats in einem offenen
Brief an UN-Generalsekretär Kofi
Annan unterstützt.
|