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Komitee lanciert Vorschlag zur UN-Reform
Bevölkerung
soll in der UNO besser repräsentiert werden
Pressemitteilung,
4. September 2004
Berlin. Mit einem Strategiepapier zur Reform der Vereinten Nationen (UN) hat
sich das im Frühjahr gegründete „Komitee für eine demokratische
UNO“ (KDUN) am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt. In dem Papier „Internationale
Demokratie entwickeln“ konstatiert die überparteiliche Initiative
ein Demokratiedefizit auf internationaler Ebene. Außenpolitische Prozesse
seien „ausschließlich in der Hand der Regierungsexekutiven und
ihrer Beamten“, sagte der KDUN-Vorsitzende Andreas
Bummel in Berlin.
Herausforderungen wie der Klimaschutz, die Terrorismusbekämpfung oder
die Überwindung der ungleichen Verteilung von Ressourcen und Wohlstand
in der Welt könnten nicht mehr ohne „ein Aufgreifen der Ideen und
der Initiativen der Bürger dieser Welt“ gelöst werden, so der
Bundestagsabgeordnete Josef
Winkler (Bündnis 90/Die Grünen). „Die
Teilnahme der Bürger wird nicht nur für die Planung dauerhafter Lösungen
der Weltprobleme benötigt, sondern auch für die Umwandlung der Vereinten
Nationen zu einem wirkungsvollen Instrument globaler Steuerung“, ergänzte
die CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula
Lietz.
Das KDUN wirbt konsequent für die Einrichtung einer Parlamentarischen
Versammlung bei den Vereinten Nationen (United Nations Parliamentary Assembly,
UNPA). In einem ersten Schritt könne eine solche Institution als beratendes
Nebenorgan der UN-Generalversammlung eingerichtet werden. Eine Änderung
der UN-Charta, die nur unter schwierigen Voraussetzungen möglich ist,
sei dazu nicht erforderlich. Einmal eingerichtet, könne eine solche Versammlung
im Rahmen einer zukünftigen Charta-Reform möglicherweise in ein Hauptorgan
der UN umgewandelt werden.
Die neue UN-Versammlung wäre im ersten Schritt aus nationalen Parlamentariern
zusammengesetzt. Später sei eine Direktwahl der UNPA-Abgeordneten denkbar. Ähnlich
wie das Europäische Parlament solle die UNPA „in weiteren Entwicklungsschritten
nach und nach mit umfassenden Informations-, Beteiligungs- und Kontrollrechten“ ausgestattet
werden. Schon im ersten Schritt wäre die Versammlung, so die stellvertretende
KDUN-Vorsitzende Claudia
Kissling, „ein wichtiges Bindeglied zwischen
den UN, den Organisationen des UN-Systems, den Regierungen, den nationalen
Parlamenten und der Zivilgesellschaft.“
Die SPD-Parlamentariern Petra
Ernstberger erklärte, daß das Komitee
zunächst Resolutionen des Deutschen Bundestags und des Europäischen
Parlaments anstrebe, mit denen die Einrichtung einer UNPA empfohlen werde.
Zudem werde das Strategiepapier „in die Reformdiskussion bei den UN“ eingebracht.
Die Initiative knüpfe nahtlos an Vorschläge des Cardoso-Berichts über
die Beziehungen zwischen den UN und der Zivilgesellschaft an.
Dem Komitee gehören neben Wissenschaftlern und NGO-Vertretern auch Mitglieder
aller Bundestagsfraktionen sowie Abgeordnete des Europäischen und Schweizer
Parlaments an, darunter die Bundestagsabgeordneten Winkler, Lietz und Ernstberger.
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